Österreich

Fotostrecke: Admont, meine Heimat

Admont

Als ich das letzte Mal auf Heimatbesuch war, habe ich Fotos gemacht. Und ganz stolz zeige ich euch diese und verliere ein paar Worte über den Ort, in dem ich aufgewachsen bin.

Wenn man mich als Kind „Steirerin“ genannt hat, war ich immer dezent konsterniert. Dachte ich doch, Steirer seien einfach bloß Menschen in Trachtenkleidung. Und Tracht zu tragen war in meiner Kindheit bei weitem nicht so cool wie heute, ergo wollte ich partout keine Steirerin sein. Als ich jedoch das Kindergartenalter überschritten hatte und meine Herkunftsbezeichnung nicht mehr automatisch mit einem Kleidungsstil assozierte, wurde mir bewusst: Eine Steirerin zu sein, ist trotzdem etwas Besonderes.

 

 

 

Die Hauptstadt der Steiermark, Graz, ist die zweitgrößte Stadt Österreichs. Deswegen ist die Beziehung zu Wien, dem Wasserkopf… sagen wir es so: dezent schwierig und durch einen Hauch von Vorurteilen vorbelastet.

Nun ist das Bundesland jenseits vom Semmering, in dem ich aufgewachsen bin, aber brutal groß. Und Graz hat noch lange nichts mit dem Ennstal zu tun, aus dem ich komme. Es ist eine mystische Gegend: gebirgig, waldreich und sagenumwoben liegt es im Norden der Obersteiermark und erstreckt sich über eine Länge von 125 km entlang der Enns.

 

 

18 Jahre habe ich dort verbracht, und aufgewachsen bin ich in einer der größeren Ortschaften, in Admont. Seit 859 bestehend, ist sie einer der ältesten Siedlungen der Steiermark. Dank der Benediktiner St. Peter in Salzburg gibt es dort ein Stift, das 1074 gegründet wurde, und ohne das der Ort nicht so existieren würde, wie er es heute tut.

 

 

Ich habe das hauseigene Stiftsgymnasium der Benediktiner 8 Jahre lang mehr oder minder erfolgreich besucht. Im gleichen Areal wie dese Schule befindet sich auch der eine Raum, der Admont berühmt macht: hier befindet sich nämlich die größte Klosterbibliothek der Welt – und als diese hat sie sich sogar schon einen Platz in einem Buzzfeedartikel gesichert. Die 70 000 Bücher (manche Fragmente stammen aus dem Jahr 800!), 48 Fenster und 7 Kuppeln machen übrigens nicht nur auf Fotos was her.

 

Admont im Ennstal - Gesäuse

 

Das Stift sorgt mit der Bibliothek für Fremdenverkehr, und auch die Gegend tut das per se – man raftet, wandert und macht andere Sportarten (mit man meine ich nicht mich). Ansonsten ist Admont eine Winzigkeit verschlafen – was nicht schlimm ist, wenn man nicht mehr dort wohnt, sondern nur mehr auf Eltern- und Freundesbesuch vorbeikommt.

 

 

Übrigens: ein paar Höhenmeter über Admont liegt die Kaiserau, die nichts mit dem Kaiser zu tun hat (Franz Joseph hat zwar mal Admont besucht, das war aber anscheinend mäßig weltbewegend), sondern mit dem Käser in der Au, und ist im Winter ein nettes kleines Schigebiet. Auf den Hängen mit den zwei Schleppliften habe ich Schifahren gelernt und mich trotz eines Kurses mit erfolgreich dagegen gewehrt, auch Snowboardtechnisch etwas dazuzulernen.

Nachdem jetzt Sommer ist und Schnee in diesen Lagen dann eher rar gesät ist, gibt’s von mir nun nur ein paar Fotos mit sattem Grün – und die Kühe grasen da oben übrigens immer noch, um Milch für den Käser herzugeben…

 

Kaiserau bei Admont Ad