Life, Salzburg

Funkelnde Aida: Glitzernde Festspielmode

salzburger festpiele aida 2017

Als die Einladung der Salzburger Festspiele zu einem Pressetermin ins Kostümatelier, die Oper Aida betreffend, in mein virtuelles Postfach flatterte, wusste ich: für mich ist die Zeit gekommen, Google aufzusuchen. Weil: man gibt es ja nicht gerne zu, aber dann und wann hat man gewisse Lücken, was die kulturelle Bildung angeht. Ich mein, natürlich kenne ich die Aida. Ich weiß, dass es um Ägypten und Prinzessinnen und Sklavinnen geht, und ich weiß sogar, dass Verdi bei der ganzen Geschichte seine Finger mit im Spiel hatte. Aber wie genau diese Geschichte abläuft, das wusste ich nicht.

 

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Ein paar Wikipedia-Artikel später war ich schlauer und voller Selbstvertrauen, als ich zu meinem Pressetermin ging. Die Salzburger Festspiele und Swarowski hatten gemeinsam eingeladen, gehen diese beiden Unternehmen doch Jahr für Jahr eine besondere Verbindung ein: Swarowski stattet bereits zum fünften Mal Kostüme und Accessoires mit ihren funkelndem Kristallschmuck aus, und einige dieser Kunstwerke durften wir (Caro war beim Pressetermin auch mit von der Partie) vor Ort bewundern.

Die Kleider der Buhlschaften der letzten Jahre waren zu sehen, und sie waren alle mit Swarowski-Kristallen besetzt – unvergessen etwa das „Nippelkleid“ der Kostümdesignerin Olivera Gajic aus 2013 mit dem weiten Bahnenrock aus Seidencrêpesatin und Seidenmousseline, an den prominenten Körperstellen über und über mit Kristallen bestickt.

 

 

Auch im Faust vom vergangen Jahr fanden die Kristalle von Swarowski Einsatz: auf dem Juwelenschal der Marguerite, dargestellt von Maria Agresta (mit dreinhalb Kilo durchaus kein Leichtgewicht), sowie als glitzernder Catsuit, in dem sogar getanzt werden konnte.

 

 

Dieses Jahr ist die Aida jedoch das Liebkind und darf funkeln, glitzern und glimmen: In Verdis Oper wird nicht nur Sopranistin Anna Nebtrebko Schmuck und Kostüme mit Swarowski-Kristallen tragen, Tatyana von Walsum, die britische Kostüm- und Setdesignerin, hat auch die Kleider und Accessoires für Amneris (Ekaterina Semenchuk) und den Chor der 18 Sklavinnen mit einer gehörigen Portion Schimmer versehen. Van Walsum hat die Inspiration für ihre Kostüme allerdings nicht aus dem ägyptischem Raum gezogen. Sie wollte eine Arbeit kreieren, die weder zeitlich noch ortlich festlegbar ist, keine Ethnie, keine Religion sollte vordergründig präsentiert werden, und doch lassen sich viele Einflüsse erkennen: griechische, islamische oder afrikanische etwa. Auch Tänzer in Tiermasken (aus Plastik eigens hergestellt, wie sowieso sehr vieles, das kostümtechnisch auf die Bühne kommt: angefangen bei den Schuhen wird im Haus alles selbst produziert), 50 Priester in roten Capes und bis zu 117 Darsteller gleichzeitig werden die Bühne des Festspielhauses, die eine der größten der Welt ist, befüllen.

Im Gegensatz zur Aida, die nur in Grautönen auftreten darf, wird Amneris übrigens in allen Primärfarben erstrahlen: Sie startet in gelb, wird dann in einem roten Kleid auftreten, um ihrer Eifersucht Ausdruck zu verleihen und findet über weiß zum Schwarz – praktischerweise, den sie stirbt am Schluss (war das jetzt ein Spoiler?).

 

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Kostümbildnerin Tatyana van Walsum und Kostümleiter der Festpiele Jan Meier

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Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler