Die Welt

In 6 Songs durch New York

Weil die Welt nicht noch einen Reiseführer mehr zu New York braucht, gibt es an dieser Stelle keine Reisezusammenfassung, keine 5 Tipps oder andere Vorschläge zum Zeitvertreib in NYC von mir, sondern einfach nur das ein oder andere Foto, das kein tristes Dasein auf meiner Speicherkarte fristen, sondern lieber an diesem prominenten Ort im Internet erstrahlen soll.

Diese Fotos habe ich im April in NYC aufgenommen, als ich nun schon zum dritten Male die phänomenale Stadt am Hudson-River besucht habe, die mir jedes Mal auf’s Neue den Atem raubt. Bei meinen ersten Besuchen habe ich noch wie eine Wilde die touristischen Hotspots abgelichtet, nun gehe ich aber schon mit einer gewissen Routine und Entspanntheit an das Fotografieren der City heran: nur mehr die wirklich beeindruckenden, magischen Momente und Motive kommen mir vor die Linse. Deswegen sind diese Bilder hier auch bunt gemischt: Stadtansichten, meine Begleitung und ein nachgestelltes Albumcover geben sich die Hand und liegen mir alle gleichsehr am Herzen. Und damit es zumindest einen roten Faden durch diese Bildertour durch New York City gibt, habe ich euch sechs passende Songs ausgesucht, die euch mitnehmen sollen auf eine Tour in sechs Songs durch New York City.

 

 

April in my heart von Billie Holiday,

weil: im Text kommen sowohl der April als auch der Central Park vor.

Ostern ist der perfekte Zeitpunkt, die Kirschblüten im Central Park bewundern zu können. Die Sonne war für die Jahrezeit bereits sehr wärmend, wir sind in Sommerkleidern auf den Granitfelsen gesessen, haben den Menschen beim Vorbeigehen zugesehen und uns von den Sonnenstrahlen die Nasenspitze kitzeln lassen.

 

 

No sleep till Brooklyn von den Beastie Boys,

weil: man diesen Ohrwurm hat, wenn man das klassische DUMBO-Foto und die Skyline der Stadt von Brooklyn aus fotografiert.

Rauh, weird oder urban ist es hier nicht (mehr): Die Cafés mit den Menschen sind hip, die Wohnungspreise exorbitant teuer und die Graffitis an den Wänden Kunst. Wir haben Faxen vor einigen dieser Murals gemacht und es uns mit der Hipster-Limonade La Croix am Ufer des Flusses gemütlich gemacht. Der Aussicht wird man nämlich niemals überdrüssig. NEVEREVER.

 

 

Do you want to dance von Bette Midler,

weil: Bette Midler ist für mich neben Barbra Streisand einfach DIE jüdische Sängerin.

Und Katz Delicatessen ist das bekannteste jüdische Deli der Welt: laut, hektisch, mit vielen Bildern an der Wand und riesigen Pastramisandwiches. Romantisch wie der Song es von Bette ist, wirkt es dort nicht vordergründig, weil hier jedoch schon Harry Sally in einer der liebenswertesten Rom-Coms aller Zeiten getroffen hat, will ich euch einen besonders süßen Song mitgeben.

 

 

NYC von Interpol,

weil: es einer der schönsten Songs ist, der zu einer Nacht in New York passt.

Wenn die Sonne tief über dem Wasser steht, man mit einem der orangen Schiffe wieder in den Hafen einfährt, umgeben von glitzernden Lichtern, dann will man dieser Stadt nur eines sagen: Turn on the bright lights.

 

 

Chelsea Hotel von Leonard Cohen,

weil: ich, bevor ich so sinnierend aus dem One World Trade Center auf die Stadt geblickt habe, zum Chelsea Hotel gewandert bin, um das Gebäude genauer unter die Lupe zu nehmen, das schon so viele meiner Helden beherbergt hat.

Hier starb Thomas Dylan, sein Namensvetter Bob Dylan machte, wie Tom Waits, in diesem Gebäude Musik, Kerouac und Bukowski schrieben an diesem Ort. Die Künstler, die hier ein und ausgingen, aufzuählen, wäre zu anstrengend. Einziger Wehmutstropfen: das Hotel war gerade im Umbau, deswegen abgesperrt und mit hässlichen Baugerüsten versehen.

 

 

Girl from the North Country von Bob Dylan,

weil: ich die genaue Stelle gesucht habe, an der das Foto von Bob Dylan’s Albumcover aufgenommen wurde.

Dort habe ich mir keine Blöße gegeben und mich in haargenau gleicher Pose von meiner Begleitung ablichten lassen. Was ichs erstaunlich fand: kein einziger Tourist war zu sehen, um hier ein Foto zu schießen, die ganze Gasse war wie ausgestorben. Aber der Plattenladen um die Ecke hatte natürlich das Album in der Auslage stehen.

 

bob dylan freewheelin album cover lcation new york

 

Hier das Original zum Vergleich:

Vielen Dank für’s Begleiten durch NYC – ich hoffe, ich habe euch den ein oder anderen Ohrwurm beschert.