Life

Meine liebsten Gesellschaftsspiele

Spieleabende sind der heiße Scheiß bei Leuten über 30. Und so darf es nicht verwundern, dass meine Familie, Freunde und ich in den Jahren eine feine, kleine Sammlung an Lieblingsspielen gefunden haben. Hier sind nun keine der Klassiker dabei, die jeder kennt und gerne spielt, wie etwa Activity oder Mensch ärgere dich nicht (eine Auswahl meiner liebsten „Mainstream-Spiele kann aber gerne folgen!). Heute soll es wirklich um die Spiele gehen, die nicht ständig erwähnt werden, und die bei meinem Umfeld und mir gut ankommen. Los geht’s mit 6 Gesellschaftsspielen!

Das Adrenalin-Spiel: Can’t Stop

 

Can’t Stop ist ein Spiel, das niemals irgendwo erwähnt oder empfohlen wird. Dabei ist das so ungerecht! Ich verstehe schon, auf den ersten Blick wirkt es nicht sehr ansprechend (meine Ausgabe ist eine hässliche Plastikversion mit nachempfundenen Verkehrshütchen). Im Hause Ginger hat es sich jedoch zu einem All-Time-Favorite herauskristallisiert. Vereinfach gesagt geht es darum, bestimmte Würfelkombinationen so oft wie möglich zu erwürfeln. Wann man dabei aufhört und seinen Fortschritt fixiert, bleibt einem selber überlassen – nur blöd, wenn andere das gleiche Ziel verfolgen! Es hat etwas von einem Glückspiel, bei uns wird dabei oft gegrölt, gebrüllt und sich geärgert. Für eine schnelle Partie bis 4 Personen ist dieses Spiel perfekt.

Für Denker: Codenames

 

 

Codenames klingt so schrecklich langweilig, wenn man es versucht, zu erklären. Dabei habe ich in letzter Zeit am liebsten zu diesem Spiel gegriffen. Eigentlich besteht Codenames nur daraus, Oberbegriffe für verschiedene, auf den ersten Blick nicht zusammenpassende Wörter zu finden, die dann erraten werden müssen. Dabei darf man nur ja nicht eines der Wörter der gegnerischen Mannschaft erwischen! Das auch für größere Gruppen geeignete Spiel eignet sich besonders gut für Menschen, die sich gut kennen, gerne abstrakt denken und mit Sprache spielerisch umgehen können. Ein Spiel, eher für einen ruhigeren Rotwein-Abend mit guten Freunden als die Silvester-Sause mit Betrunkenen.

 

Der Neueinsteiger: Concept

 

 

Kennt ihr das, wenn man Songtitel oder Serien mithilfe von Emojis darstellt? Ungefähr nach diesem Prinzip funktioniert Concept. Das Spiel des Jahres 2014 war noch ganz neu für mich, als es eine Freundin zu Silvester anschleppte und wir Personen, Filme oder Zitate  mithilfe eines Spielplans errieten, auf dem Steinchen platziert wurden. Perfekt für eine große Runde, die mit popkulturellen Zitaten umgehen kann und gerne über drei Ecken denkt.

 

Der Klassiker: Quarto

Quarto habe ich das erste Mal an einem verregneten Nachmittag in New York gespielt, als ich mit meiner Freundin bei einem Wolkenbruch ins erstbeste Café gestolpert bin. Dieses entpuppte sich als Spielecafé, aus einer dessen Ecken meine Freundin sofort Quarto hervorzog: eine Mischung aus Schach, Tic Tac Toe und 4 gewinnt.

In diesem Spiel, das nur zu zweit gespielt werden kann, gibt es 16 Spielsteine, von denen keiner zweimal vorkommt: sie unterscheiden sich in groß oder klein, hell oder dunkel, eckig oder rund, mit oder ohne Loch. Vier mit gleichen Eigenschaften muss man in einer horizontalen, vertikalen oder diagonalen Reihe kombinieren. Klingt einfach, ist es nicht! Taktik und vorausschauendes Denken sind bei diesem Spiel von Nöten. Eine Klassiker, der für Kinder wie Erwachsene geeignet ist, aus langlebigem Holzbrett und -figuren besteht und bei dem eine Runde nicht mehr als 5 – 10 Minuten dauert.

Das Kartenspiel: Wizard

 


Jetzt mal davon abgesehen, dass ich das Design dieses Spiels furchtbar finde, wird es bei mir trotzdem oft aus dem Schrank geholt. Da es von 3-6 Spielern gespielt werden kann, passt es für mittelgroße Runden, die öfters bei uns auftauchen. Das Ziel dieses Kartenspiels ist es, eine vorher vom Spieler  angesagte Anzahl an Stichen zu machen. Das ist aber manchmal gar nicht so einfach zu berechnen, da immer mehr bzw weniger Stiche als in einer Runde möglich angesagt werden müssen. Ein extrem kurzweiliges Spiel, das manchmal an klassisches Schnapsen erinnert und bei dem nicht viel aufgebaut oder erklärt werden muss.

 

Das Strategiespiel: Die Legenden von Andor

 

 

Ich glaube, ich bin bekannt dafür, bei Spielen sehr gerne gewinnen zu wollen. Deswegen ist ein Spiel, bei dem alle Mitspieler das gleiche Ziel verfolgen, eine Neuigkeit für mich. Andor ist ein extrem aufwendig und hochwertig gestaltetes Brettspiel, bei dem man als Gruppe verschiedene Aufgaben, die Legenden, erfüllt. Verlieren kann man nur gegen die Kreaturen, die bei der Nichterfüllung der Aufgaben gewinnen. Andor ist definitiv ein Spiel für einen ruhigen, ausgedehnten Spieleabend – es muss viel aufgebaut, erklärt und relativ langsam gespielt werden. Obwohl es auch ab zwei Personen spielbar ist, würde ich mindestens drei Mitspieler empfehlen, um nicht gleich frustriert zu werden.

Ich hoffe, da war auch für euch noch der eine oder andere unentdeckte Schatz dabei – und wer selber noch Tipps hat, bitte immer her damit in den Kommentaren!

 

Disclaimer: Wenn ihr auf die Bilder klickt, werdet ihr auf Amazon weitergeleitet. Solltet ihr danach das Spiel kaufen, erhalte ich anteilsmäßig eine kleine Summe. Wer in Salzburg wohnt sollte jedoch definitiv jedes Spiel in der Spielzeugschachtel kaufen, dem allerbesten Spielegeschäft auf der Welt!

Titelbild von: Hannah Rodrigo