Die Welt

Meine Reise durch die Südstaaten: Charleston, South Carolina.

The Palmetto State

Auf meiner lebenslangen Bucketlist steht: alle Bundesstaaten Amerikas besuchen. Seit ein paar Jahren bemühe ich mich, die Staaten der Reihe nach abzuklappern (im Moment sind es zehn, Ende des Jahres werden es wohl elf oder zwölf sein), dementsprechend zog es mich letzten Sommer  in den Süden.
Ein Fleckchen Erde, das seinesgleichen sucht: flirrende, von Musik durchzogene Luft, gastfreundliche Menschen und ständig das nächste pittoreske Fotomotiv vor der Linse, sind die rebellischen Südstaaten eine Destination, die ich sofort jedem ans Herz lege.

 

Meine Reise nahm ihren Ausgangspunkt in Charleston, South Carolina, dem ersten Staat, der sich im Bürgerkrieg von der Union trennte. Charleston ist bekannt für seine prächtige Antebellum-Architektur und palmengesäumten Straßen. Eine wahre Perle der Südstaaten: ständig hat man das Gefühl, man müsse einer Southern Belle über den Weg laufen, die Ventilatoren drehen sich in Höchstgeschwindigkeit und der Himmel leuchtet knallblau über allem.

Ich landete spätabends auf Charlestons Flughafen, der winzig ist und so wirkt, als würde jederzeit Inspektor Columbo seine braue Ledertasche vom Kofferband ziehen (soll heißen: klassische 70er-Jahre Architektur) und übernachtete im Carriage House des Barksdale House Inn. 1778 erbaut, ist es ein sonnengelbes Südstaatenhäuschen mit entzückenden Zimmern, eingebauten Kaminen und dem besten Frühstück, das ich auf dieser Reise hatte. Ständig wartete ein eiskalter Krug Iced Tea und Haferflockenkekse auf die Besucher und die Lage war hervorragend – nur ein paar Schritte vom Zentrum entfernt (ein nettes Video findet ihr auf der Hotelseite).

 

Was muss man denn nun in Charleston gesehen haben? Unweigerlich wird man einen Spaziergang an die Uferpromenade, die Waterfront, unternehmen. Hier fiel der erste Schuss des Bürgerkriegs, heutzutage trifft man sich dort am Ananas-Brunnen. Die Ananas (der erlauchte How-I-Met-Your-Mother-Seher weiß das bestimmt) ist ein Symbol für Gastfreundschaft, Großzügig- und Liebenswürdigkeit, und auch als Brunnen macht sich die exotische Frucht ganz gut. Vor Ort kann man auf einen schnellen Snack im The Griffon einkehren, dort hängen Dollarnoten an der Wand, das Bier ist eiskalt und das Fast Food annehmbar. Preislich haut es einen in diesem Etablissement nicht aus den Socken, was eine schöne Abwechslung zur restlichen Gastronomie vor Ort ist.

 

Nicht weit davon entfernt befindet sich die Rainbow Row, 13 pastellfarbene Reihenhäuschen, die von allen Touristen fotografiert werden. Auch hier zeigt sich wieder: Charleston ist eine gelungene Mischung aus karibischen Einflüssen und europäischem Flair.
Keiner wird die Markthalle im Zentrum der Stadt auslassen. Dort gibt’s Handwerkliches und Kunst (größtenteils Ramsch) aber auch Ventilatoren. Um die drückende Hitze vor Ort auszuhalten werdet ihr euch über jedes bißchen Schatten und Zugluft freuen.

 

Zu den Südstaaten gehören die Planatagen wie das Amen zum Gebet. Nicht weit entfernt von der Innenstadt (man braucht unbedingt ein Auto!) liegt die Boone Hall Plantation, auf der früher Baumwolle angepflanzt wurde. Heutzutage ist sie noch immer in Betrieb, Gemüsefelder und Obstbäume sind neben dem Tourismus eine gutgehende Finanzierungsquelle. Auch aus Film und Fernsehen ist die Plantage bekannt: das Haus kennt man aus Fackeln im Sturm und The Notebook (Wie ein einziger Tag). Ryan Gosling sprang schon in den kleinen See am Gelände und Blake Lively und Ryan Reynolds heirateten hier.

 

Die Allee, die zum Anwesen führt, ist wunderschön. Das Spanish Moss, auch Louisiana Moss genannt, eine Art Flechte, die von den Zweigen hängt, erinnerte mich sofort an Forrest Gump. Eine traurige Erzählung rankt sich darum:

Nach einer indianischen Legende ist Louisianamoos das Haar einer
Prinzessin, die am Tage ihrer Hochzeit von Feinden getötet wurde. Der
trauernde Bräutigam soll es abgeschnitten und in einen Baum gehängt
haben. Der Wind trug das Haar fort und verteilte es so über das ganze
Land. (Quelle: Wikipedia)

Charleston ist definitiv einen Besuch wert und sollte auf keiner Reise durch die Südstaaten fehlen. Habt ihr die Stadt schon besucht? Und was sind eure Must-Sees im Süden?