Die Welt

Das kitschigste Hotel der Welt

Madonna Inn, oder: Ich habe im kitschigsten Hotel der Welt geschlafen

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen. Ich habe euch nicht nur etwas zu erzählen, sondern kann sogar mit Bildern aufwarten! Mit Bildern, die möglicherweise eine dezente Form von Augenkrebs auslösen könnten, denn wer im kitschigsten Hotel der Welt geschlafen hat, der hat bunte Fotos auf seiner Kamera.

 

 

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Die Vorgeschichte

Ich war diesen Sommer über in Kalifornien. Die Reise war zweigeteilt: einige Zeit verbrachten wir bei meiner Freundin im Silicon Valley, die Hälfte der Zeit im Auto auf dem Highway. Neben den klassischen Touristen Hot Spots und raren Insider-Plätzchen war ein Punkt auf der Agenda, der unbedingt besucht werden musste: das Madonna Inn.

Das erste Mal stolperte ich über dieses Hotel, als ich einen Artikel auf meinem alltime Lieblingsblog, A Beautiful Mess, las: Elsie, eine der Autorinnen und Gründerin des Blogs, besuchte in San Luis Obispo ein wunderbar kitschiges, rosarotes Hotel und schoss entzückende Fotos. Ich las den Artikel voll Interesse, hatte aber keinen Deut, wo sich dieser Ort befand und vergaß das Ganze schnell wieder.

 

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Ein Fangirl schlägt zu

Im Zuge unserer Reiseplanung kam mir auf Landkarten San Luis Obispo unter, und ich erinnerte mich vage daran, von diesem Ort schon irgendwo gehört zu haben. Als es mir wieder einfiel und ich den Ort auf unserer Reiseroute entdeckte, war mir eines klar: hier muss ich hin!

Einerseits, weil ich ein wahres ABM-Fangirl bin und andererseits, weil dieses Hotel einfach so umwerfend schlimm kitschig aussah. Seit 1958 gibt es das Hotel in San Luis Obispo, erbaut von Alex und Phyllis Madonna, und wurde am Heilig Abend mit 12 Zimmern eröffnet. Inzwischen gibt es 110 Zimmer, von denen jedes ganz anders aussieht. Und anders nicht im Sinne von unterschiedlichen Wandfarben oder Decken. Nein, jedes Zimmer ist wahrlich unverwechselbar.

 

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Die Qual der Wahl – welches Zimmer nehme ich?

Beim Buchen kann man angeben, in welchem von ihnen man gerne übernachten möchte – eine Entscheidung, die mir extrem schwergefallen ist. Beinahe eine Stunde lang klickte ich mich durch die Fotos aller Zimmer und entschied mich schlussendlich für „Go“, denn ich konnte der blauen Glitzertapete nicht wiederstehen. Mit anderen Worten: ich wollte mir as much kitsch as possiblegeben.

Selbst wenn das Zimmer schwarz-weiß eingerichtet gewesen wäre, hätte ich am Hotelgelände meine Jahres-Dosis Kitsch abbekommen. Dort hängen im pinken Hotelrestaurant Plastikblumen, auf dem Klo gibt es ein Wasserfall-Pissoir und überhaupt sieht alles aus, als hätte man versucht, soviel Sound of Music, Cowboys und Rosa auf so wenig Raum wie möglich unterzubringen. Kurzerhand: ich war begeistert und in meinem Element und nutze das volle Kitsch-Programm aus: Im Cooper Café aß ich die berühmte Pink Champagne Torte, zu der ich Pink Lemonade trank. Im Whirl-Pool entspannte ich mich frühmorgens ganz alleine und genoss das warme Wasser. Und im superweichen Hotelbett mit eienr Million Kissen bekam ich Rückenschmerzen.

 

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Viele Fotos, die ich geschossen habe, sind schwer an die in dem Originalbeitrag von Elsie angelehnt, einfach aus dem Grund, weil die Dame ein Auge für gute Motive hat und ich es großartig fand, an einer Stelle zu stehen, wo sie schon war. Und nun lasse ich den Worten noch eine Armada von Bildern folgen – ich hoffe, ihr genießt es!

 

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