Die Welt

Barbican – Brutales Design in London

Wenn man in London unterwegs ist, sollte man tunlichst vermeiden, auf touristischen Pfaden zu wandeln. Den Borough Market etwa, der mich letztes Jahr noch so angesprochen har, fand ich dieses Jahr unerträglich überlaufen und mies. Und so ergriff ich die Chance, als die Gute Güte und ich mit unserer U-Bahn in die Station Barbican einfuhren und sprang mit ihr kurzentschlossen an dieser raus, erinnerte ich mich doch daran, schon einmal ein Video von dieser Gegend gesehen und spektakulär gefunden zu haben.

 

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Der Zeitpunkt traf sich gut, waren doch gerade die Finger klamm und der Koffeindrang stark, und die Lichter des Benugo, eines Café im Kinoareal des Barbican Centers, einladend. Der Café dort ist empfehlenswert, das WLAN stark, und sollte man Lust auf Filme verspüren, kann man sich gleich ein Ticket für einen Arthouse-Film besorgen und sich in die weichen Sessel verkriechen.

Warum ist aber das Barbican sehenswert und was ist es überhaupt? Das in den Sechzigern erbaute Areal besteht aus mehreren im Stil des Brutalismus gestalteten Gebäude, deren radikale Formensprache nicht gerade gefällig ist. Im Gegenteil, 2003 wurde das Barbican als hässlichstes Gebäude Londons ausgezeichnet.

Brutalismus ist ein Architekturstil der Moderne. Der Ursprung der Bezeichnung liegt unter anderem im französischen Begriff béton brut (‚roher Beton‘), der auf ein wesentliches Definitionsmerkmal des Stils verweist, nämlich die Materialsichtigkeit des Baus.

(Wikipedia)

 

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Der Lauderdale Tower, oben rechts sowie unten im Bild, spielt mit der kubischen Formensprache und ist 42 Stockwerke hoch. Zusammen mit seinen Zwillingsbrüdern, dem Shakespeare und Cromwell Tower, ist es eines der höchsten Wohnhäuser Londons und um den Central Court des Barbican gruppiert, in dem sich ein kleiner See, Springbrunnen und allerlei Treppen zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen.

 

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Im Gebäudeareal befinden sich das Museum of London, Kunst- und Konzerthallen, Gallerien, Restaurant und allerlei anderes Kunstzeugs, mit dem man nicht nur einen, sondern mehrere Tage füllen kann.

Wer dem Brutalismus und somit dem Barbican etwas abgewinnen kann, sollte mit einer Kamera bewaffnet die U-Bahn-Haltestelle Barbocan anvisieren und durchaus etwas Zeit mitnehmen. Die touristenarme Umgebung ist sicher eine Wohltat für den überforderten Londonbesucher.

 

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