Die Welt, Life

Der Tag, an dem ich Mark Zuckerberg traf

An diesen alkoholgeschwängerten, lustigen Abenden, an denen man mit Freunden zusammensitzt und darüber sinniert, welche Berühmtheiten man schon im echten Leben getroffen hat, war mein bisheriges Highlight immer bloß Roberto Blanco. An der Baumarkt-Kassa. Versteht mich nicht falsch, Roberto ist durchaus ein Star auf seinem Gebiet – aber die allercoolste Anekdote ist das nicht.

Bis ich eines Tages in Palo Alto war und Mark Zuckerberg über den Weg lief. Und nun gewinne ich die Promi-Angeberei unter Freunden haushoch – außer einer von ihnen trifft irgendwann man Brad Pitt, dann müsste man sein Urteil möglicherweise revidieren.

 

creamery palo alto

 

Nach Palo Alto hat es mich aus einem bittersüßen Grund verschlagen: nach vielen Jahren der Funkstille kam ich durch den Tod einer gemeinsamen Studienkollegin wieder mit einer sehr guten Freundin in Kontakt. In der Steiermark aufgewachsen, hat es sie vor einigen Monaten mit ihrem Angetrauten nach Redwood City in Kalifornien verschlagen.

Jedem, dem ich von meinem Besuch bei ihr erzähle, binde ich sofort auf die Nase, dass das Haus, in dem sie wohnt, durchaus berühmt ist: in ihm wurde Flubber mit Robin Williams gedreht.

Weil man in so einem Haus aber nicht alleine als Pärchen lebt, wenn man nicht gerade Millionen scheffelt, wohnen in diesen gar nicht so hochbetagten Hallen (die Amerikaner stehen auf historische Häuser, und wenn es sie nicht gibt, dann bauen sie sie neu) noch ein paar Menschen mehr.

Da Redwood City, das nur einige Kilometer von Palo Alto und Stanford entfernt liegt, ein Teil des Silicon Valleys ist, arbeiten viele dort lebende Menschen in der IT-Branche. Unter anderem einige der Mitbewohner meiner Freundin, die sie schon seit Ewigkeiten versuchten zu überreden, sie in der Arbeit zu besuchen. Ihr Arbeitsplatz? Facebook, Inc. in Menlo Park.

 

flubber mansion redwood city

 

Obgleich meine Freundin mit Sozialen Medien nichts am Hut hat (sie IST nicht mal auf Facebook, ist das denn vorstellbar?!), wusste sie, dass ich ausflippen würde, wenn ich meine Nase in Facebook stecken dürfte. Kurzerhand packte mich in ihren roten VW Käfer und fuhr mit mir die paar Meilen zu Mark Zuckerbergs Casa.

 

vw käfer innenausstattung

 

Aber zuvor hielten wir noch auf halbem Weg, um in der Creamery  den fluffigsten French Toast und den besten Filterkaffee der Westküste zu frühstücken. Ein Diner wie aus dem Bilderbuch, mit Kunstledersitzen, chromblitzenden Stühlen und einer Uhr, die neonleuchtend verkündet: EAT AND GET OUT.

 

diner watch creamery

creamery palo alto diner

 

Das Gelände von Facebook hat wenig mit einem Arbeitsplatz gemein, wie ihr oder ich ihn von uns in Europa kennen. Wie genau all das aussieht, und was ich alles gesehen habe, darf ich allerdings nicht mit euch teilen: ich musste bei Betreten des Geländes nämlich eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben und behalte somit alle Geheimnisse für mich.

Jedoch kann ich beschwören (und ich habe Zeugen!), dass ich dort Mark Zuckerburg getroffe habe. Der in Wirklichkeit genauso aussieht wie auf allen Fotos, die man von ihm kennt. Mitsamt seines legeren Kleidungsstils.

Weil ich jetzt leider kein Foto von dem Facebookgründer habe, gibt es dafür eines von mir mit einem großen Teddybären (ich sag doch, in Amerika ist alles größer).

 

costco teddy bear

 

Ach ja: weil ich noch ein paar so nette Fotos von der Freiluftküche meiner Freundin habe (richtig gelesen: die haben dort keine Innenküche, sondern sich ohne Umschweife mit ihrem Zeugs auf den Balkon verzogen), gibt es diese hier auch noch zum Ansehen.

Zitronenbäumchen, Mark und Teddybären: Kalifornien hat mich diesen Sommer gut behandelt.

 

mark zuckerberg