Uncategorized

Goodbye, Ginger

Ich hasse es, wenn Menschen ihre Texte mit „Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll…“ beginnen. Ganz schlechter Schreibstil. Und doch beginne ich heute mit genau diesem Satz, denn ich bin des Schreibens überdrüssig geworden.

Was nun hier steht, kommt mir nicht einfach über die Lippen, aber: Ginger in the Basement wird es nicht mehr länger geben. Nach über sieben Jahren ist Schluß mit diesem Platz im Internet.

Warum ich Ginger in the Basement sein lasse, hat nicht nur einen, sondern drei Gründe.

Ich habe alles gesagt

Die Themen, über die ich etwas zu sagen hatte, sind abgearbeitet. Die Fotos, die ich zeigen wollte, sind gepostet worden und immer öfter hatte ich in letzter Zeit Probleme, Ideen für neue Artikel zu finden. Vieles kam mir redundant oder an den Haaren herbeigezogen vor und der Funke beim Schreiben war nicht mehr da. Gerade das Schreiben eines Blogs soll aber gerade das Schöne sein. Weil dem nicht mehr so ist, muss ich die Reißleine ziehen.

Ich habe so wenig Ahnung

DSGVO, Steuererklärungen, HTML – ich hab von vielen Dingen, bei einem Blog fundamental wichtig sind, keine Ahnung. Das alles läuft im Hintergrund, ist dem/r Leser/in nicht bewusst und nimmt doch so einen großen Stellenwert ein. Ich will mich mit dem ganzen Quatsch nicht mehr herumplagen müssen, der mir hunderte Stunden Bauchweh beschert hat.

Die Blogosphäre

Dieses Argument wird überstrapaziert, aber es ist so wahr: Blogs sind nicht mehr das, was sie waren. Als ich vor über sieben Jahren mit Ginger in the Basement begonnen habe, wollte ich Geschichten, Bilder, Rezepte teilen. Wollte Kontakt aufnehmen, kreativ sein und einfach machen.

Nun lese ich mir andere Blogs durch und sehe eine Scheinwelt. Normalität gibt es nirgends. Alles ist perfekt, und selbst das Unperfekte ist inszeniert. Auch ich habe mitgemacht – weil man anders gar nicht bestehen kann. Plötzlich sehe ich es so genau vor mir: Over-the-top-Persönlichkeiten, übermäßiger Konsum und so viel Egomanie. Ich möchte diesen Weg nicht mitgehen. Und um mich aktiv dagegen zu stellen. bin ich zu müde.

Wie es nun weitergeht

Es wird noch zwei, drei Artikel hier geben. Artikel, in denen ich mich bei euch bedanken möchte, in denen ich acht Jahre Ginger in the Basement Revue passieren lasse. Bis Oktober habt ihr dann auch noch Zeit, euch alle Rezepte und Tipps abzuschreiben, bevor der Blog dann offline geht. Auf Instagram werde ich vermutlich noch etwas länger aktiv sein.

Es tut mir so leid. So viele da draußen, die mich lesen, sind entzückende Menschen, die mir so viel Wohlwollen und Herzlichkeit entgegengebracht haben. Ihr werdet mir alle schrecklich fehlen. Die kleinen Nettigkeiten, die ich immer wieder hören durfte, die freundlichen Gesichter, wenn man sich auch mal in echt gesehen hat. Danke. <3