Life

Die ersten vier Monate als Mama*

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Ich könnte jetzt diesen Text damit beginnen, wie schnell die Zeit vergeht, und wie schnell Babys groß werden – oder ich kann diesen Allgemeinplatz auslassen und diesen wunderschöne Sommer, der nur zögerlich in einen goldenen Herbst glitt, als das würdigen, was er wirklich wahr: ein Zeitabschnitt, der mal dahinraste und mal dahinkroch.

Dreieinhalb Monate ist Anton nun bei uns. Und wie zu erwarten war, hat sich dadurch einiges – alles! – geändert. Die ersten Wochen fühlten sich an wie reine Anarchie. Der fehlende Rhythmus war sehr schwierig für mich, denn anfangs hatte Anton überhaupt kein vorhersehbares Muster beim Essen und Schlafen. Ich fand es sehr schwierig, nie in eine längere Tiefschlafphase abtauchen zu können. Ich hatte extrem leichten Schlaf und schreckte ständig auf, auch wenn er sich gar nicht meldete, sondern einfach nur umdrehte oder im Schlaf Geräusche von sich gab (Ich wusste nicht, WIE laut Babies schlafen! Da wird gegrunzt, geseufzt und mal geschimpft, aber frischfröhlich weitergeschlafen). Nach etwa sechs Wochen wurde aber ein Rhythmus erkennbar und nun weiß ich, wie mein Baby tickt: Tagsüber will er meist alle drei Stunden trinken, und mittags muss er ein längeres Schläfchen halten: meist um eins oder zwei, und dann döst er auch wirklich fast zwei Stunden. Abends lege ich ihn um sieben in sein Bett – da zeigt er mir durch Augenreiben oder Quengelig-Werden auch meistens schon von selbst, wie müde er ist.

 

 

Sechs Wochen hat es auch gedauert, bis mein Körper sich zumindest so weit erholt hatte, dass ich nicht mehr ständig Schmerzen beim Aufstehen hatte. Das Wochenbett dauert nicht umsonst so lange, das konnte ich aus allererster Hand erfahren. Ich hatte das Glück, eine Wochenbett-Hebamme zu haben und kann die Betreuung durch solche eine werdenden Müttern ans Herz legen: ich war so perplex, aus dem Krankenhaus mit einem Baby heimgeschickt zu werden, einem Ort, an dem man mindestens dreimal täglich untersucht, gewogen, vermessen wird und plötzlich mit einem klitzekleinen Säugling alleine zu sein. Ohne irgendjemanden, der auf einen aufpasst, oder kontrolliert, ob man alles richtig macht. Und da fiel es mir auch wie Schuppen von den Augen: Oh Gott, jetzt gehöre ich endgültig zu den Erwachsenen.

 

 

 

Plötzlich ist auch viel mehr Verständnis für meine eigenen Eltern da und ich beginne, Dinge besser zu verstehen. Warum sie wie gehandelt haben und vor allem: warum sie sich ständig Sorgen um mich machten. Es war mir nicht bewusst, wie sehr man sich um jemanden sorgen kann. Wieviel Angst man um so ein kleines Bündel haben kann und wie sicher man gehen will, dass es ihm gut geht. Ganz schwer tu ich mir momentan damit, mir Krimiserien oder -bücher zu Gemüte zu führen.  Einen meiner liebsten Verbrechens-Podcasts musste ich abdrehen, weil ich den Fall über eine Mutter, die neun Säuglinge getötet hat, einfach nicht aushalten konnte.

 

nuna demi grow

 

Zu den Erwachsenen zu gehören bedeutet aber auch, nicht mehr diejenige sein zu können, die jammernd zu Mama läuft, weil ihr jemand auf die Zehen gestiegen ist. Immer dann etwa, wenn andere ungefragt mit ihrer Meinung daherkommen. Wenn Frauen verurteilen, wenn ich versuche, auch die guten Seiten darin zu erkennen, dass es mit dem Stillen nicht funktionierte. Oder wenn ich hören muss, wie arg es sei, wenn ich mein Privatleben und das Leben von meines Sohnes im Internet breittrete (dabei gibt es ja nichtmal Fotos von seinem Gesicht…). Ob das nun von alten Schulkollegen über in paar Ecken zu mir gelangt, von Freundinnen direkt oder per Mitteilung in meine Inbox: Ärgern tut es mich trotz aller Beteuerung immer noch, und ich lerne noch, auf diesen Mist zu pfeifen, weil er mich doch jedes Mal trifft.

 

 

nuna demi grow

 

Ich weiß auch, warum einige Leute mit ihren Meinungen und Wertungen daherkommen. Anton ist in manchen Dingen nämlich schrecklich unkompliziert. In den Dingen, die man von außen halt so sieht: er ist extrem gerne unterwegs und lässt sich liebend gerne ausfahren. Eine Freundin von mir nennt ihn bereits nur mehr „Wirtshauskind“, weil er den Trubel in Cafés zu lieben scheint. Er ist ein sehr zufriedenes Kind, das viel beobachtet und wenig schreit. Und all die Dinge, die nicht so einfach sind, finden ihren Weg auch nicht in die Öffentlichkeit. Nicht aufgrund von Angeberei oder Schönfärbenei, nein: Ich will mein Kind nicht bloßstellen.

Weil er gar so ein vergnügtes Kerlchen und gerne unterwegs ist, wagen wir im Dezember eine größere Reise und besuchen mit der Familie meinen Schwager in London. Dieser lebt nun etwas ruhiger in Richmond upon Thames und sieht seinen Neffen leider viel zu selten. Wir haben einen Direktflug von Salzburg nach London gefunden und freuen uns schon darauf, ein paar Tage mit der Familie zu verbringen, die wir viel zu selten treffen. Ich hoffe, dass Anton den Flug gut verkraftet, kann mir aber vorstellen, dass so eine kleine Städtereise ihm sehr zusagt: das viele Spazierengehen an der frischen Luft, die er liebt und die grenzenlose Begeisterung an ihm vonseiten der jungen Tanten und Onkeln dürften ihr Übriges dazu beitragen.

 

 

Ebenso grenzenlos ist auch die Freude der Guten Güte am kleinen Herrn Ginger. Sehr viele fragen danach, wie es ihr damit geht, dass ich nun nicht mehr alleine und ständig verfügbar bin, und ob es etwas an unserer Freundschaft geändert hat. Manche melden sogar schon Interesse an einer ihrer Touren an: Sie soll doch kinderwagentaugliche Lokale vorstellen und sich das Gingerbaby dafür ausborgen! Soweit ich für mich sprechen kann, kann ich sagen: es funktioniert gut. Im gleichen Haus zu wohnen hat sehr viele Vorteile. Wir treffen uns immer noch regelmäßig auf ein Glas Wein und eine Partie Brettspiel und auch zu so manchem Event und ins Kino schaffen wir es, hält mir doch mein Mann auch mal den Rücken frei. Und dass Anton sie um den Finger gewickelt hat, steht außer Frage: er ist liebend gerne bei Tante Güti, die auch ab und zu ein Auge auf ihn hat.

Womit ich die meiste Zeit auf meinen Spaziergängen herumfahre? Auf den Fotos kann man es sehen: mit dem Nuna Demi Grow Kinderwagen. Der wurde mir freundlicherweise von Nuna zur Verfügung gestellt und ich könnte nicht zufriedener sein. Er ist extrem stabil, selbst auf so holprigen Schotterwegen wie diesem hier. Außerdem ist er extrem geräumig: wir haben das kleine Kerlchen in einen warmen Fellsack gepackt, fahren unten im Korb unsere Einkäufe und die Wickeltasche spazieren und immer noch kommt er einem halb leer vor. Der Demi Grow heißt auch deswegen so, weil er erweiterbar ist: so lässt sich ein Geschwisterchen ebenfalls im Wagen mittransportieren! Wie genau das aussehen kann, findet ihr hier – und demnächst gibt es noch einen ganz ausführlichen Blogpost, in dem der Demi Grow und meine Erfahrungen damit ganz genau vorgestellt werden. Bis dahin – habt eine schöne Woche!